Dienstag, 9. Juni 2009

Eine starke Sozialdemokratie erfordert starkes Niveau

Kaum sind die Wahlen vorüber, darf sich der Blog-Verwalter und fleißiger Demokrat den ersten Anfeindungen ausgesetzt sehen - seien diese nun seitens sog. Freunde/Bekannter fabriziert oder diverser kommunalpolitischer Marktschreier, die jeden Markttag neue überteuerte Angebote unters Volk tragen.
Ich will mich an dieser Stelle trotz dessen nicht in größerem Umfang über die Richtungsentscheidung der Bevölkerung bzgl. der Wahlen zum Europäischen Parlament mokieren - abgesehen von der Tatsache, dass zehn Prozent der Wähler einem "liberalen" Hampelmann und dessen irgendwo existenten Grundideen gefolgt sind, die sich dem System verschreiben, welches den Zusammenbruch des internationalen Finanzkonstrukts verschuldet hat, ist die Wahlschlappe der Sozialdemokratie in meinen Augen keine größere Überraschung.
Wer spürt, er gewinnt in den breiten Massen über die Monate der Konjunkturduselei an Potential, der darf seine grundlegenden Ideale zur Veränderung und Reformierung eines Gesellschaftsmodels nicht für ein paar abgespackte "Die da sind doof"-Plakate und demnach für einen Wahlkampf auf unterstem Niveau über den Haufen werfen. Egal, wie gut eine Fußballmannschaft über die Saison spielt - wer sich jede einzele Partie in der Nachspielzeit entreißen lässt, der steigt über kurz oder lang aus den Beletagen der entscheidenden Ligen ab.
Noch befindet die SPD im Besitz einer grundlegenden Wählerstärke, aus der sich mobilisieren lässt - dann muss diese Mobilmachung aber auch auf anspruchsvollem Niveau mit einer verständlichen und nicht verblödeten Verständigung in die breiten Volksschichten hinein geschehen. Kindergartenniveau ist in dieser ernsthaften Konjunktur- wie auch Parteienkrise wahrlich fehl am Platze, also lasst uns doch bitte sofort zu den Presslufthammern greifen und die auf Plakatwände gebannten Fingerzeige auf "die anderen da" niederreißen.
Genauso wenig wie Schuldabweisungen auf Angehörige anderer politischer Strömungen wirken große Rettungsaktionen für Konzerne, die sich immer weiter häufen in der Kettenreaktion einer realwirtschaftlichen Krise. Die Holzmann-Zeiten sind vorbei und einen Gerhard Schröder, der eine zuletzt sinnlose Geldverpulverungs-Kampagne in etwas positiv medienwirksames umwandeln konnte, haben wir schon lange nicht mehr. Wer es übrigens noch nicht bemerkt hat: Neben der Tatsache, dass für die Untergegangenen (auch für bedrohte Zulieferer) ohnehin immer Lückenfüller einspringen werden, sind es derzeit last wie auch least die unbrauchbaren, denen sich gerade der Markt entledigt. Wer will sich schon jedes Halbjahr eine neue Stoßstange kaufen, nur weil die alte bereits verrostet ist? Adios, Opel.
PS Mein Verweis auf unsere ach so originellen, aber leider vollkommen inhaltsleeren und bösartigen Plakate ist ausschließlich als Variable zu verstehen - der durchschnittliche Ortsvereins-Genosse, der immer noch sein eigenes Hirn zum Denken besitzt, wird sich den Rest darauf zusammenreimen können.
Letztlich sollte der Kampf der SPD in Zukunft nicht weiter inhaltsleer und in großen Worten ausgewiesen werden, sondern "mit Hand und Hirn und Herz" erfolgen.

Was mir im Hinblick auf Wählerentscheidungen wesentlich mehr Sorgenfalten auf die Stirn wirft sind die kommunalen, z.T. recht fragwürdigen Entscheidungen der Einwohner meines Ortes. Ganz ohne voreingenommen und verbohrt zu denken, lässt sich nach meinen zwei Jahren als stellv. SPD-Vorsitzender nur resümieren: Wenn jemand Visionen, und zwar äußerst reale, für die Zukunft angeschoben hat, so waren es die Sozialdemokraten; wenn jemand noch ein waches Auge auf die Kommune hatte und im letzten Moment mit aller Kraftanstrengung den Verkauf städtischen "Tafelsilbers" verhinderte, so waren es wieder einmal die bösen Sozen; wenn jemand wusste, sich fremde Lorbeeren zu Eigen zu machen und in komplett inkohärenter Weise mit dem grundlegend unterschiedlichen Lager verhehlt gemeinsame Sache machte, so waren es die Ausbremser von konservativer und kommunistischer Seite (es war ja schon immer so, dass diejenigen jenes gut verkaufen, was sie nie vollbracht haben und Sozis die Arbeit erledigen). Diese Tatsache wird noch dadurch befördert, dass im Rathaus eine dreiköpfige Bande Teterower Memmen das Zepter "führt". Kann man sich letzten Endes als Insider bezeichnen und hat hinter vorgehaltener Hand schon so einiges von den Alteingesessenen vor den Latz geschossen bekommen, so fällt der getreue Parteisoldat und Blog-Admin eines schönen Morgens aus den Wolken sobald er "Nerdkurier" aufschlägt und vom falschesten Hund der hiesigen Politbagage zu lesen bekommt: "Kontinuität, Fairness und Berechenbarkeit haben sich ausgezahlt."

Wie gut, dass wir in einer Welt der Gegensätze leben ...

Ich verabscheue mich.

Herzlichst, Ihr

Goggelmoggel.

Sonntag, 10. Mai 2009

Fundsachen: The liberal parrot

Ich hätte nie in meinem Leben damit gerechnet, dass mir die Eiserne Lady, Margaret Thatcher, jemals bezüglich meiner politischen Resignation über sog. Liberale weltweit und ihre zur Lächerlichkeit verkommenen deutschen Platzhalter nützlich erscheinen und mir Mut einhauchen würde ... welcher sich in parodistischer Weise entlädt und dabei auf alte Bekannte zurückgreift. Aber sehen und hören wir selbst:

Sonntag, 3. Mai 2009

"Heiligendamm in Vorpommern?" oder "How I learned to pick at Scholl-Latour"

In der ausklingenden Lesephase seiner zu einem gewissen Teil recht subjektiven Dokumentation "Zwischen den Fronten" erscheint mir der gealterte Peter Scholl-Latour immer mehr in dem Licht des "unverbesserlichen Besserwissers Joghurt".
In Anbetracht der knallharten Recherchen und unverblümten Offenlegungen sowie Feststellungen über weltpolitische Zusammenhänge, die bei diesem Mann seltenerweise alle notwendigen Segmente umfassen, vom alltäglichen Leben der Menschen über deren religiöse und politische Ansichten bis hin zu den sozial-ökonomischen Umständen, mag dieses Urteil einigermaßen hart ausfallen.

Besonders die Umstände die zu diesem harten Urteil führen dürften sich in den Augen des Lesers eher absurd darstellen: Zum Ende des genannten Werkes macht Scholl-Latour, Europa in dessen Frontstellung zwischen der Neuen Welt, der fernöstlichen Expansion, den sozialen Problemen des schwarzen Kontinents sowie den Gefahren aus den radikalen Schichten der islamischen Welt umreißend, einen kurzen imaginären Strandausflug an die mecklenburgische Ostseeküste. Vollkommen zu Recht tituliert der alteingesessene Krisenreporter den Gipfel der großen Acht als Kongress, der sich unwichtigermaßen und in verwaschener Weise pseudomäßigen Klimaschutzthemen und heuchlerisch den problematischen Resultaten der ökonomischen Globalisierung widmete.
Als offiziell anerkannter "Kenner der Kontinente" schienen er sowie der verlegende Gesellschafter des Buches es jedoch nicht für notwendig zu halten, einen Fehler zu korrigieren, der die Deutschland-Kenntnis Latours ad absurdum zu führen scheint: Ich für meinen Teil habe es diesem Mann in jenem Augenblick, als ich dies lesen musste, jedenfalls aufs Äußerste Übel genommen, Heiligendamm bei Bad Doberan Vorpommern zuzuschlagen und somit das größte Oberzentrum des Landes hinter die mecklenburgische Grenze nach Pommern hinein zu verlegen.
Das stellt die Ursache meiner zwar nicht überbordenden jedoch wachsenden Kritik an dem frankophilen Weltenkenner dar, die eigentlichen Gründe sind jedoch andere: Nachdem nun Herr Scholl-Latour unbewusst der Meinung war, Ur-Mecklenburgern auf den Schlips treten zu müssen, hat sich meine Spionage-Maschinerie in Gang gesetzt und durfte mit Erstaunen feststellen, dass unser Protagonist nun nicht nur treuer Gaullist und Inhaber der französischen Staatsbürgerschaft ist, sondern es auch für nötig hält, jahrelanges Engagement im Sinne der neuen rechten Jugend zu leisten. Und das obwohl, da nenne ich gute Gründe für verständliche Kritik, sich dieser Mann für den Respekt vor Lebensweisen fremder religiös anders geprägter Kulturen stark macht.

Zwar nimmt Scholl-Latour insbesondere im Hinblick auf einen bevorstehenden Zusammenstoß der "civilizations" eine unumgängliche repressive Stellung ein, deren Gedankengang notfalls in der Bestückung unserer Bundesrepublik mit Nuklearwaffen mündet. Das eigentliche "latoursche" Denken gibt sich aber völkerverständigend sowie international, auch im Sinne von Immigration und Integration. Von daher hebele ich an dieser Stelle einen möglichen Vorwurf an Scholl-Latour, wie er mir selber bereits in den Sinn kam, des "nationaldemokratisch" belasteten Ethnopluralismus aus.

Nichtsdestotrotz finden sich in unseren gesellschaftlichen Schichten wesentlich zu wenig Querdenker dieses Kalibers wieder, die es zudem noch geschafft haben, an die wichtigsten Staatsmänner des Globus heranzukommen und sich nicht der rosaroten Meinung unserer Öffentlichkeit beugen und sich trauen, die Pseudo-Revoluzzer von G8, '68 und Tibet anzuprangern ob ihrer scheinbaren Gutmenschlichkeit.

An dieser Stelle sollte es nun heißen: Danke, Peter! Aber Denkern und Machern wird nicht gedankt, nicht in diesem Mainstream und auch nicht in diesen staatlichen Systemen ... und erst recht nicht von einem zutiefst gekränkten Mecklenburger. Was sich aber sagen lässt und was aktive und wirklich politisch teilhabende Menschen verbindet: Weitermachen!

"Künstler und Showtalente, Politiker und Prominente ...

... ja, sind alle da!"

Es ist was los im Hurra-Club. In meinen Augen auch mehr als ein Jahrzehnt, nachdem das in meinem Besitz befindliche Album veröffentlicht wurde. Besondere Bekanntheit erlangte "Hurra Deutschland" durch die klamaukhafte Immitation deutscher Politgrößen zwecks abstrakt verzogener Gummipuppen-Abbilder, vornehmlich in den späten 80er und frühen 90er Jahren.
Nun mögen besonders Songs wie das "Genscherlied" oder "He's the Boss" auf dem Album des Bundestagsvorwahlkampfes von 1993 zunächst nicht so professionell erscheinen wie die recht real wirkende Nachahmung des Altkanzlers Gerhard Schröder durch den Immitatoren Elmar Brandt.
Jedoch ist Täuschung bekanntlich alles und so fällt schnell auf, wie die ernsthaft wirkende Story-Gestaltung der Brandt-Sketche größtenteils leichte Kost zum Inhalt hat, während das die gesamte Bundespolit-Szene abdeckende Blödel-Repertoir des Hurra-Clubs in spitzen Finten beispielsweise die höchstens auf dem Papier existente SPD-Opposition gleichermaßen aufs Korn nimmt wie die vom mit Einheitsbrei müdegefüttertem Volk getragene selbstgefällige Kohl-Riege.
Das wohl bekannteste Stück dieses bunten Satire-Haufens, "Wir zieh'n von Bonn nach Berlin", rationalisiert eine der immer wiederkehrenden Botschaften solcher zeitlosen Kritiker schließlich auf eine Abschlussansage des Kohl-Immitators bzgl. der Bonn-Berlin-Problematik, in welcher, das muss dazu gesagt werden, sich die Regierenden aufgrund lokaler Unpässlichkeiten beider Städte stets uneinig sind: "Isch habs: Wir zieh'n einfach immer hin und her. Und jetzt ratet mal, wer das bezahlen darf ... Genau!"

Freitag, 10. April 2009

Fundsachen: Lasst es Euch in euer Gehirn eindämmern!

Infolge dessen, dass ich hier ohnehin bereits damit begonnen habe, Gründe aufzuzeigen, weshalb mich eben jene Persönlichkeiten geprägt haben, will ich an dieser Stelle, bevor ich mich zu einem "Spaceballs"-Abend bewege, einen wirklich schön gestalteten Director's Cut über Klaus Kinskis "Jesus Christus Erlöser"-Auftritt in der Berliner Deutschlandhalle präsentieren. Dieser aggressiv gestaltete Zusammenschnitt gibt in kunstvoller Art und Weise Kernaussagen wieder, die das Denken vieler Exzentriker und Anpassungsgegner in Grundzügen wiedergibt. Ich wünsche gute Unterhaltung ...

"Wäret Ihr doch wenigstens heiß oder wenigstens kalt, aber Ihr seid nur lauwarm .. und ich spucke Euch aus!"


Fundsachen: Ein Altmeister des Method Acting erzählt ...

Einige Tage bevor er 84 Jahre alt geworden wäre, lasse ich den im Jahre 2002 verstorbenen Rod Steiger ausführen, warum er meinen Favoriten unter den Altgardisten Hollywoods darstellt und was es bedeutet, ein Angehöriger der allmählich aussterbenden Method Actor zu sein, als Method Actor zu leben. Schauspielerkollegen wie Jack Nicholson oder Anthony Hopkins könnten mit Gewissheit ein Lied davon singen. Moderiert wird der folgende kurze Clip von R.J. Adams.

Montag, 30. März 2009

Was wollen die eigentlich? Was wollen WIR eigentlich?

"Der hässliche Deutsche" - mit dieser Titulierung Peer Steinbrücks durch ein Schweizer Boulevard-Sprachrohr fand die versnobte Arroganz elitärer Kreise alpiner Kleinstaaten erneut einen demagogischen Ausdruck, sich eine gewisse unbegründete Hochnäsigkeit gegenüber europäischen Schwergewichten - und somit anderen Völkern - anzumaßen.

Infolge des bravourösen Beweises autoritärer Standfestigkeit durch einen Finanzminister, der die im Vergleich zur Schweiz und zu Liechtenstein wesentlich rechtschaffenere deutsche Finanzwirtschaft zu verteidigen weiß, fühlen sich diverse weltverbessernde Wendehälse dazu angehalten, auf die Hilfe der Schweiz für deutsche NS-Flüchtlinge im vergangenen Weltkrieg zu pochen und jede derzeitige wie auch zukünftige bundesdeutsche Selbstbestimmung damit für null und nichtig zu erklären.
Interessen der deutschen Selbstbestimmung sind im Rahmen eines international weit verzweigten Finanzsystems an Orten gefährdet, die in ihrer Funktion als Zufluchtsstätten für Steuerhinterzieher einem fikitiven gallischen Dorf ähneln, das sich den Fakten der tatsächlichen Realität verschließt.

Es ist bedauernswert mit anzusehen, wie konservative Kreise im eigenen Land sich der gegebenen Tatsache der ökonomischen und daraus resultierend der politischen Kraft der Bundesrepublik innerhalb der EU erwehren und damit einer progressiven Neuordnung der Finanzmärkte den Weg verstellen.

Steinbrück hat nicht impulsiv und schon gar nicht reaktionär gehandelt. Die eigentlichen Reaktionäre sind diejenigen Wendehälse, welche sich für den Erhalt dieser desaströsen globalen Finanzmarktanarchie einsetzen.

Es wird Zeit, dass sich die Deutschen ihrer friedlichen politischen Mittel bewusst werden, die ihnen als größtes wirtschaftsstarkes Volk inmitten der europäischen Landmasse gegeben sind - im Sinne des Erhalts und des weiteren Ausbaus der konstruktiven inner- sowie außereuropäischen Zusammenarbeit.

- Mister Nachrichtenleiste -

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